Vitaris News Sterilisation Von der Rezeptur zum reproduzierbaren Lebensmittelprozess

Von der Rezeptur zum reproduzierbaren Lebensmittelprozess

Geschrieben von Patrik Betschon • Publiziert am 24. Juli 2026

Wer heute Lebensmittel entwickelt oder produziert, weiss: Gute Produkte entstehen nicht nur aus der richtigen Rezeptur. Entscheidend ist, wie konstant und reproduzierbar sie hergestellt werden können.

Mit wachsender Erfahrung und steigender Nachfrage tauchen schnell praktische Fragen auf: Wie lässt sich eine konstante Haltbarkeit erreichen? Wie bleibt die Qualität von Charge zu Charge gleich? Und wie können neue Produkte so entwickelt werden, dass sie nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch technisch zuverlässig funktionieren?

Genau an diesem Punkt werden Pasteurisation und Sterilisation vom reinen Produktionsschritt zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Moderne Systeme helfen dabei, Sicherheit, Qualität und Effizienz miteinander zu verbinden – und schaffen die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Konstante Haltbarkeit und Qualität gezielt steuern

Beim modernen Haltbarmachen von Lebensmitteln geht es längst nicht mehr darum, Produkte einfach zu erhitzen. Ziel ist es vielmehr, jeden Prozess so präzise zu steuern, dass das Produkt genau die Behandlung erhält, die für die gewünschte Haltbarkeit notwendig ist – nicht mehr und nicht weniger.

Eine zentrale Rolle spielen dabei die sogenannten F₀- und P₀-Werte. Sie machen die tatsächliche thermische Wirkung im Produkt messbar und ermöglichen eine objektive Bewertung des Prozesses. Statt sich ausschliesslich auf Temperatur und Zeit zu verlassen, lässt sich nachvollziehen, wie stark das Produkt tatsächlich behandelt wurde.

Der Nutzen ist unmittelbar spürbar: Die Haltbarkeit wird berechenbarer, die Produktqualität bleibt stabil und erfolgreiche Prozesse können zuverlässig reproduziert werden. Moderne Systeme wie die TERRA Food-Tech Autoklaven ermöglichen es zudem, diese Werte automatisch zu erfassen, zu dokumentieren und für jede Charge auszuwerten.

Qualität bestmöglich erhalten. Sicherheit gewährleisten.

Eine sichere und stabile Haltbarkeit muss nicht auf Kosten der Produktqualität gehen. Durch die präzise Steuerung des thermischen Prozesses kann die erforderliche mikrobiologische Sicherheit erreicht werden, während Veränderungen von Geschmack, Textur und Nährstoffeigenschaften auf ein Minimum reduziert werden.

Dabei ist wichtig zu verstehen: Jede Wärmebehandlung verursacht gewisse Veränderungen im Produkt. Das Ziel moderner Prozesse besteht daher nicht darin, diese vollständig zu vermeiden, sondern die organoleptischen Veränderungen so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig die notwendige Produktsicherheit sicherzustellen.

Gerade bei hochwertigen Lebensmitteln, bei denen Geschmack, Konsistenz und Authentizität entscheidend sind, wird dieser Aspekt immer wichtiger. Ein präzise gesteuerter Prozess ermöglicht es, Sicherheitsanforderungen zuverlässig zu erfüllen und gleichzeitig die charakteristischen Produkteigenschaften bestmöglich zu bewahren.

Messen, wo es wirklich zählt: Im Produkt selbst

Ein weiterer wichtiger Unterschied moderner Sterilisationssysteme zeigt sich darin, wo gemessen wird.

Anstatt sich ausschliesslich auf die Bedingungen in der Sterilisationskammer zu verlassen, erfassen moderne Autoklaven die Temperatur direkt im Produkt. Dadurch lässt sich exakt bestimmen, wann der kritischste Punkt im Lebensmittel die gewünschte thermische Behandlung erreicht hat.

Für Anwender bedeutet das:

  • maximale Prozesssicherheit
  • keine unnötige Verlängerung von Prozesszeiten
  • reproduzierbare und gleichbleibende Resultate

Da sich die Prozesssteuerung am tatsächlichen Zustand des Produkts orientiert und nicht nur an der Umgebungstemperatur, kann die Behandlung präzise auf das notwendige Mass begrenzt werden. Das unterstützt sowohl die Produktsicherheit als auch den Erhalt der gewünschten Qualitätsmerkmale.

Diese Form der Kontrolle schafft Vertrauen in den eigenen Prozess – insbesondere bei der Entwicklung neuer Produkte, bei Rezepturanpassungen oder bei der Skalierung in grössere Produktionsmengen.

Von der Entwicklung bis zur sicheren Produktion

Moderne Autoklaven bieten heute weit mehr als reine Sterilisation. Sie unterstützen den gesamten Prozess – von der PModerne Autoklaven bieten heute weit mehr als reine Pasteurisation oder Sterilisation. Sie begleiten den gesamten Weg – von der Produktentwicklung über die Auswahl geeigneter Verpackungen bis hin zur dokumentierten Produktion.

Ein entscheidender Faktor ist dabei das Zusammenspiel von Produkt, Verpackung und Prozess. Glasbehälter, Schalen oder flexible Beutel reagieren unterschiedlich auf Temperatur und Druck. Durch programmierbare Druckprofile und mehrstufige Prozessabläufe können die Parameter gezielt auf die jeweilige Verpackung abgestimmt werden.

Der Prozess passt sich dem Produkt an und nicht umgekehrt.

Gleichzeitig verkürzen moderne Systeme den Weg von der Idee zur Markteinführung. Neue Produkte können im Labor- oder Pilotmassstab entwickelt, getestet und optimiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich direkt auf spätere Produktionsprozesse übertragen. Das beschleunigt Entwicklungsprojekte, reduziert den Aufwand für externe Tests und erleichtert die Einführung neuer Produkte.

Ebenso wichtig ist die lückenlose Dokumentation. Temperatur, Druck, Zeit sowie erreichte Sterilisations- oder Pasteurisationswerte werden automatisch erfasst und gespeichert. Dadurch entsteht maximale Transparenz über jeden einzelnen Prozessschritt.

Für Produzenten bedeutet das:

  • sichere Entwicklung neuer Produkte und Verpackungskonzepte
  • schnellere Überführung von der Entwicklung in die Produktion
  • vollständige Rückverfolgbarkeit jeder Charge
  • einfache Wiederholbarkeit erfolgreicher Prozesse
  • professionelle Dokumentation für Audits, Partner und Wachstum

So entsteht ein durchgängiger und nachvollziehbarer Prozess. Von den ersten Produktversuchen bis zur serienmässigen Produktion.

Die Grundlage für nachhaltiges Wachstum

Wer heute Lebensmittel erfolgreich entwickelt und produziert, verfügt meist bereits über das Wichtigste: Fachwissen, Erfahrung, Kreativität und ein gutes Produkt.

Langfristiger Erfolg entsteht jedoch erst dann, wenn dieses Potenzial in einen sicheren, reproduzierbaren und skalierbaren Herstellungsprozess überführt wird.

Moderne Pasteurisations- und Sterilisationssysteme schaffen genau diese Grundlage. Sie verbinden Produktsicherheit mit Qualitätserhalt, ermöglichen eine effiziente Entwicklung neuer Produkte und sorgen für die Transparenz, die bei steigenden Produktionsmengen immer wichtiger wird.

Am Ende entscheidet nicht allein die Qualität eines Produkts über den Markterfolg, sondern die Fähigkeit, diese Qualität bei jeder einzelnen Charge zuverlässig wieder zu erreichen. Genau dort wird aus einer guten Rezeptur ein reproduzierbarer Prozess. Und aus einem Produkt ein nachhaltiges Geschäftsmodell.

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Autor

Patrik Betschon

Nach seinem erfolgreichen Abschluss als Eidg. Dipl. Ing. Biotechnologe HTL im Jahr 1998 sammelte Patrik Betschon mehrere Jahre Erfahrung in der MedTech-Branche, bevor er 2004 zu VITARIS wechselte. Seine Karriere begann dort als Account Manager, bevor er 2009 ins Produktmanagement wechselte und die Position des Senior Product Managers übernahm. 2022 wurde er zum Head of Product Management ernannt. Seit 2023 verantwortet er gemeinsam mit Dawn Ray und Daniel Broglie als Mitglied der Geschäftsleitung die strategische und operative Führung von VITARIS.

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