Vitaris News Sterilisation 5 häufige Fehler beim Autoklavieren – und worauf es bei der Wahl des richtigen Autoklaven ankommt

5 häufige Fehler beim Autoklavieren – und worauf es bei der Wahl des richtigen Autoklaven ankommt

Geschrieben von Patrik Betschon • Publiziert am 7. Mai 2026

Unzureichende Sterilisation, beschädigte Medien oder Feuchtigkeitsrückstände nach dem Zyklus gehören zu den häufigsten Problemen im Laboralltag. In vielen Fällen liegen die Ursachen nicht in einem technischen Defekt, sondern in ungeeigneten Prozessen, falsch gewählten Sterilisationsparametern oder einer nicht optimal auf die Anwendung abgestimmten Autoklavenkonfiguration.

Gerade in Forschungs-, Qualitätskontroll- und Produktionslaboren der Life-Science-Industrie sind reproduzierbare Sterilisationsprozesse jedoch essenziell. Sie bilden die Grundlage für zuverlässige Analyseergebnisse, Produktsicherheit und die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Viele typische Fehler beim Autoklavieren lassen sich bereits im Vorfeld vermeiden – insbesondere dann, wenn Prozesse, Beladung und Geräteauswahl auf die tatsächlichen Anforderungen im Labor abgestimmt werden.

Die folgenden fünf Punkte zeigen, welche Probleme im Laboralltag besonders häufig auftreten und worauf bei der Auswahl eines Autoklaven geachtet werden sollte.

Unsachgemässe Beladung des Autoklaven 

Eine der häufigsten Ursachen für unzureichende Sterilisation ist eine unsachgemässe Beladung der Autoklavenkammer. Im Laboralltag besteht häufig der Wunsch, möglichst viele Materialien in einem einzigen Zyklus zu sterilisieren, um Zeit und Prozesse zu optimieren. Werden Sterilgüter jedoch zu dicht gepackt, unterschiedliche Materialien kombiniert oder die Kammer überladen, kann der Dampf nicht mehr gleichmässig zirkulieren.

Die Folge: Temperatur und Feuchtigkeit erreichen innerhalb der Beladung nicht überall die erforderlichen Sterilisationsbedingungen. Besonders kritisch ist dies bei porösen Materialien, geschlossenen Gefässen oder Mischladungen mit stark unterschiedlichen Volumina. Dies kann zu unvollständiger Sterilisation, Qualitätsverlusten oder fehlerhaften Ergebnissen in nachfolgenden Laborprozessen führen.

In der Praxis zeigt sich häufig, dass insbesondere stark unterschiedliche Flüssigkeitsvolumina problematisch sind. Grössere Gebinde benötigen deutlich längere Aufheizzeiten, während kleinere Volumina schneller die Zieltemperatur erreichen und dadurch unnötig thermisch belastet werden können. Medien oder empfindliche Lösungen können dadurch in ihrer Qualität beeinträchtigt werden.

Für eine reproduzierbare Sterilisation empfiehlt es sich daher, Sterilgüter mit ähnlichen physikalischen Eigenschaften gemeinsam zu autoklavieren. Flüssigkeiten und feste Materialien sollten möglichst in getrennten Zyklen sterilisiert werden. Zusätzlich sollte innerhalb einer Beladung auf vergleichbare Volumina sowie ausreichende Abstände zwischen den einzelnen Gebinden geachtet werden.

Auch die Wahl des passenden Autoklaven spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Die Kammergrösse beeinflusst massgeblich, wie effizient und prozesssicher Beladungen im Labor umgesetzt werden können. Eine nicht optimal dimensionierte Kammer erschwert die korrekte Beladung und erhöht langfristig das Risiko von Prozessabweichungen.

Verwendung des falschen Sterilisationszyklus 

Die Wahl eines ungeeigneten Sterilisationszyklus gehört zu den häufigsten Ursachen für ineffiziente oder unvollständige Sterilisationsprozesse im Labor. Jeder Autoklavierprozess basiert auf klar definierten Parametern, die exakt auf die jeweilige Beladung abgestimmt sein müssen. Dazu zählen unter anderem Temperatur, Druck, Haltezeit sowie – abhängig von der Anwendung – kontrollierte Abkühlungs- und Trocknungsphasen.

Werden ungeeignete Zyklusparameter verwendet, kann dies nicht nur die Wirksamkeit der Sterilisation beeinträchtigen, sondern auch Schäden am Sterilgut verursachen. Typische Folgen sind Veränderungen empfindlicher Medien, Materialverformungen oder unzureichend sterilisierte Flüssigkeiten und Instrumente.

Besonders kritisch ist die Sterilisation von Flüssigkeiten. Im Gegensatz zu festen Materialien benötigen Flüssigkeiten spezielle Programme mit kontrollierter Druckentlastung und definierten Abkühlphasen. Erfolgt die Druckreduzierung zu schnell, kann dies zum Überkochen von Medien, zum Verdampfen von Flüssigkeiten oder sogar zum Platzen von Gefässen führen.

Auch unterschiedliche Flüssigkeitsvolumina stellen hohe Anforderungen an den Sterilisationsprozess. Grössere Volumina benötigen deutlich längere Aufheizzeiten, bis die erforderliche Temperatur im gesamten Gefäss erreicht wird. Werden identische Zyklusparameter für kleine und grosse Volumina verwendet, besteht das Risiko einer unzureichenden Sterilisation oder unnötigen thermischen Belastung empfindlicher Medien.

Moderne Autoklaven bieten individuell anpassbare Programme, die auf unterschiedliche Anwendungen und Beladungen abgestimmt werden können. Bei der Auswahl eines neuen Geräts sollte daher besonders darauf geachtet werden, dass Sterilisationszyklen einfach, reproduzierbar und benutzerfreundlich angepasst sowie dokumentiert werden können. Gerade in regulierten Laborumgebungen ist dies ein entscheidender Faktor für Prozesssicherheit und Nachvollziehbarkeit.

Restfeuchtigkeit nach dem Sterilisationszyklus

Restfeuchtigkeit in Textilien, Verpackungen oder porösen Materialien nach Abschluss eines Sterilisationszyklus weist häufig auf einen nicht optimal abgestimmten Prozess hin. Kondenswasser auf Sterilgütern stellt dabei nicht nur ein Qualitätsproblem dar, sondern erhöht auch das Risiko einer nachträglichen Kontamination.

Feuchte Oberflächen können die erneute Ansiedlung von Mikroorganismen begünstigen und die sichere Lagerung oder Weiterverarbeitung der sterilisierten Materialien beeinträchtigen. Besonders in regulierten Laborumgebungen ist eine reproduzierbare und vollständig trockene Sterilisation daher essenziell.

Um Restfeuchtigkeit wirksam zu vermeiden, sollten Programme mit fraktioniertem Vorvakuum und aktiver Endtrocknung eingesetzt werden. Durch mehrere Vakuumimpulse wird die Luft vor Beginn der Sterilisation aus der Kammer entfernt, wodurch der gesättigte Dampf die Sterilgüter gleichmässig durchdringen kann. Nach Abschluss der Sterilisationsphase sorgt die anschliessende Trocknung dafür, dass verbleibende Feuchtigkeit gezielt entfernt wird.

Je nach Art und Volumen der Beladung kann es notwendig sein, die Trocknungsphase entsprechend anzupassen. Zusätzlich beeinflusst auch die Anordnung der Materialien innerhalb der Kammer die Trocknungseffizienz erheblich. Werden Sterilgüter zu dicht gepackt oder ungünstig positioniert, wird die Dampfzirkulation eingeschränkt und die vollständige Trocknung erschwert.

Bei der Auswahl eines neuen Autoklaven sollte daher besonders auf leistungsfähige Vorvakuum- und Trocknungsfunktionen geachtet werden. Diese tragen wesentlich dazu bei, stabile Sterilisationsprozesse sicherzustellen und das Risiko von Kontaminationen im Laboralltag nachhaltig zu reduzieren.

Unterschätzter Einfluss der Wasserqualität

Die Qualität des im Autoklaven verwendeten Wassers wird im Laboralltag häufig unterschätzt, obwohl sie einen erheblichen Einfluss auf die Prozesssicherheit, die Gerätelebensdauer und den Wartungsaufwand hat.

Wird Wasser verwendet, das nicht den empfohlenen Qualitätsanforderungen entspricht, können sich Kalk- und Mineralablagerungen in Leitungen, Ventilen und Dampferzeugern bilden. Dies beeinträchtigt langfristig die Effizienz des Sterilisationsprozesses und kann zu erhöhtem Wartungsaufwand, Geräteausfällen oder ungeplanten Stillständen führen.

Zusätzlich können Rückstände auf Sterilgütern entstehen, die insbesondere in sensiblen Laborumgebungen problematisch sind. In regulierten Bereichen kann dies nicht nur die Qualität der Prozesse beeinträchtigen, sondern auch zu Abweichungen bei internen Qualitätsstandards führen.

Für den Autoklavierprozess sollte daher ausschliesslich aufbereitetes oder entsprechend entkalktes Wasser verwendet werden. Ergänzend empfiehlt sich eine regelmässige Kontrolle der Wasserqualität, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und Ablagerungen vorzubeugen.

Auch bei der Auswahl eines neuen Autoklaven sollte die Wasseraufbereitung berücksichtigt werden. Je nach Laborinfrastruktur und Wasserhärte kann eine externe Wasseraufbereitung sinnvoll sein, um stabile Sterilisationsprozesse und eine langfristig hohe Geräteverfügbarkeit sicherzustellen. Gerade in der Schweiz lohnt sich zudem ein Blick auf die regionalen Unterschiede der Wasserhärte, da diese je nach Standort erheblich variieren können 

Fehlende Wartung und Kalibrierung 

Eine zuverlässige Sterilisation setzt voraus, dass der Autoklav dauerhaft unter definierten und validierten Prozessbedingungen arbeitet. Werden Wartungs- und Kalibrierungsintervalle jedoch vernachlässigt, können sich Abweichungen schleichend entwickeln und im Laboralltag lange unbemerkt bleiben.

Verschleiss an Dichtungen, Ventilen oder Sensoren beeinflusst die Prozessstabilität oft früher, als es im täglichen Betrieb sichtbar wird. Abweichungen bei Temperatur-, Druck- oder Haltezeiten können dazu führen, dass Sterilisationszyklen nicht mehr unter den erforderlichen Bedingungen ablaufen. Dies erhöht das Risiko unzureichender Sterilisation, fehlerhafter Ergebnisse oder ungeplanter Prozessunterbrechungen.

Gerade in regulierten Laborumgebungen sind regelmässige Wartung, Kalibrierung und dokumentierte Funktionskontrollen deshalb essenziell. Sie stellen sicher, dass Sterilisationsprozesse reproduzierbar, nachvollziehbar und dauerhaft compliant durchgeführt werden können.

Ein strukturiertes Wartungsprogramm umfasst neben der regelmässigen Reinigung auch die Inspektion sicherheitsrelevanter Komponenten, den Austausch von Verschleissteilen sowie die Kalibrierung der relevanten Sensorik. Dadurch lassen sich potenzielle Probleme frühzeitig erkennen und ungeplante Ausfälle reduzieren.

Bei der Auswahl eines neuen Autoklaven sollte daher nicht nur die technische Ausstattung berücksichtigt werden, sondern auch die langfristige Service- und Wartungsstrategie. Entscheidend sind kurze Reaktionszeiten, qualifizierter technischer Support sowie die Möglichkeit, Wartung, Kalibrierung und Qualifizierung effizient in bestehende Laborprozesse zu integrieren.

VITARIS unterstützt Labore dabei mit individuellen Service- und Wartungskonzepten, um eine dauerhaft hohe Prozesssicherheit und Geräteverfügbarkeit sicherzustellen.

Worauf es bei der Auswahl eines Autoklaven ankommt 

Viele Probleme beim Autoklavieren entstehen nicht durch einzelne Bedienfehler, sondern durch Prozesse oder Gerätekonfigurationen, die nicht optimal auf die Anforderungen des jeweiligen Labors abgestimmt sind. Eine zuverlässige Sterilisation erfordert deshalb mehr als nur die Wahl eines leistungsfähigen Geräts.

Entscheidend sind unter anderem die passende Kammergrösse, flexible und validierbare Sterilisationsprogramme, eine stabile Prozessführung sowie ein durchdachtes Service- und Wartungskonzept. Gerade in Forschungs-, Qualitätskontroll- und Produktionslaboren tragen diese Faktoren wesentlich dazu bei, reproduzierbare Ergebnisse, regulatorische Sicherheit und eine langfristig hohe Geräteverfügbarkeit sicherzustellen.

Die Auswahl eines Autoklaven sollte daher immer im Kontext der tatsächlichen Laborprozesse erfolgen – sowohl im Hinblick auf aktuelle Anforderungen als auch auf zukünftige Entwicklungen wie steigende Probenzahlen, neue Anwendungen oder erweiterte regulatorische Vorgaben.

VITARIS unterstützt Labore bei der Auswahl, Qualifizierung und Integration passender Autoklavenlösungen – von der ersten Evaluierung bis zur langfristigen Betreuung im laufenden Betrieb.

Fragen zu Autoklaven, Sterilisationsprozessen oder Servicekonzepten?

Unsere Spezialisten unterstützen Sie gerne bei der Auswahl einer passenden Lösung für Ihr Labor.

Mehr über UNSERE AUTOKLAVEN erfahren?

Wir vereinbaren gerne umgehend einen Termin mit Ihnen.

Contact Form Standard

Autor

Patrik Betschon

Nach seinem erfolgreichen Abschluss als Eidg. Dipl. Ing. Biotechnologe HTL im Jahr 1998 sammelte Patrik Betschon mehrere Jahre Erfahrung in der MedTech-Branche, bevor er 2004 zu VITARIS wechselte. Seine Karriere begann dort als Account Manager, bevor er 2009 ins Produktmanagement wechselte und die Position des Senior Product Managers übernahm. 2022 wurde er zum Head of Product Management ernannt. Seit 2023 verantwortet er gemeinsam mit Dawn Ray und Daniel Broglie als Mitglied der Geschäftsleitung die strategische und operative Führung von VITARIS.

Weitere Neuigkeiten