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Infrastruktur für biomedizinische Spitzenforschung

Geschrieben von Patrik Betschon • Publiziert am 18. Mai 2026

Am Department for BioMedical Research der Universität Bern laufen täglich zahlreiche Forschungsprojekte parallel. Zellkulturen, Langzeitlagerung biologischer Proben und reproduzierbare Bedingungen gehören zum Alltag. Die technische Infrastruktur entscheidet dabei mit über Qualität, Tempo und Sicherheit der Forschung. Patrick Furer, Leiter Technical & Facility Services am DBMR, verantwortet seit zehn Jahren genau diesen Bereich. Seine Erfahrungen zeigen, welche Anforderungen moderne Life-Science-Labore heute an Inkubatoren, Ultratiefkühler und Servicepartner stellen.

Technischer Betrieb als zentrale Servicefunktion

Der technische Betrieb am DBMR ist breit aufgestellt. Patrick Furer leitet ein Team von zehn Personen. Der Aufgabenbereich reicht von der Wartung zentraler Laborgeräte über die Sicherstellung der technischen Infrastruktur bis zur direkten Unterstützung der Forschenden im operativen Alltag.

„Die Services sind im Bereich Technical und Facility angesiedelt und umfassen insbesondere die Betreuung und Wartung von Laborgeräten wie Inkubatoren und Ultratiefkühlern sowie die Unterstützung der Forschenden im operativen Laborbetrieb“, beschreibt er seine Funktion. Diese Nähe zum Laborbetrieb prägt auch die Anforderungen an Geräte und Lieferanten. Ausfälle oder instabile Bedingungen wirken sich unmittelbar auf laufende Projekte aus.

Gewachsene Infrastruktur und begrenzter Platz

Mit dem Bezug des neuen DBMR-Gebäudes an der Murtenstrasse ab 2021 nahm die technische Ausstattung weiter zu. Rund 150 Geräte von PHCbi wurden dort installiert und in Betrieb genommen. Dazu zählen CO₂- und Multigas-Inkubatoren sowie klassische –80 °C Ultratiefkühler, aber auch Kryo-Tiefkühllösungen bis –150 °C, die insbesondere für die Langzeitlagerung besonders sensibler Proben eingesetzt werden.

Gleichzeitig bleibt Platz eine knappe Ressource. „Platz ist eine der zentral limitierenden Ressourcen, sowohl bei ULT-Geräten als auch bei Stellflächen, im Zellkulturlabor und bei Büroarbeitsplätzen“, sagt Patrick Furer. Der steigende Bedarf ist eng mit dem wissenschaftlichen Erfolg verknüpft. Wachsende Forschungsgruppen benötigen zusätzliche Inkubations- und Lagerkapazitäten. Der Gerätepark muss mit dieser Entwicklung Schritt halten, ohne die vorhandenen Flächen weiter zu belasten.

Anwendungen mit hohen Anforderungen an Stabilität

CO₂- und Multigas-Inkubatoren, –80 °C sowie –150 °C Ultratiefkühler sind am DBMR zentrale Arbeitsgeräte. Inkubatoren kommen vor allem in den Zellkulturlaboren zum Einsatz, während die –80 °C- und –150 °C-Systeme der sicheren Aufbewahrung von Proben für laufende und zukünftige Forschung dienen. Inhaltlich deckt die Forschung ein breites Spektrum ab: „Am DBMR wird alles erforscht, was mit Krankheiten zu tun hat, von Krebs über Infektionen bis hin zu Gehirn und Organen“, erläutert Patrick Furer.

Gerade im Bereich der Zellkultur spielen stabile und kontaminationsfreie Bedingungen eine zentrale Rolle. Moderne Inkubatoren verfügen über integrierte Dekontaminationsverfahren. Besonders die H₂O₂-Dekontamination von PHCbi bietet hier einen effektiven Lösungsansatz zur Bekämpfung mikrobieller Kontaminationen und hat sich im Laboralltag entsprechend etabliert. Diese Technologie trägt wesentlich zur Betriebssicherheit bei, indem sie Stillstandszeiten reduziert und die Reproduzierbarkeit von Experimenten verbessert.

Der Anspruch ist klar: Forschung soll möglichst schnell in konkrete Anwendungen für Patientinnen und Patienten überführt werden. Unter diesen Bedingungen sind reproduzierbare Temperaturen und stabile Langzeitbedingungen zwingend. Abweichungen oder Störungen gefährden Proben und Daten.

Auswahlkriterien aus langjähriger Erfahrung

Die Entscheidung für bestimmte Systeme basiert am DBMR auf jahrzehntelanger Erfahrung. Produkte non PHCbi sind dort seit mindestens 1999 im Einsatz. „Unser breites Herstellerportfolio hat es uns ermöglicht, fundierte Erfahrungen zu sammeln und jene Geräte zu identifizieren, die sich durch hohe Robustheit, Zuverlässigkeit und einen geringen Wartungsbedarf auszeichnen“, so Patrick Furer.

Ausschlusskriterien definiert er ebenso klar. Dazu zählen eine hohe Anfälligkeit bei erhöhten Umgebungstemperaturen, wiederkehrende Reparaturen und unzureichende Unterstützung im Servicefall. Geräte müssen im Alltag funktionieren, ohne permanent Aufmerksamkeit zu verlangen.

Geräte, die im Alltag nicht auffallen

Der grösste Mehrwert zeigt sich für das Team paradoxerweise dann, wenn Geräte kaum wahrgenommen werden. „Man nimmt die Geräte im Alltag praktisch nicht wahr, sie laufen zuverlässig und ohne Störungen“, beschreibt Patrick Furer den Betrieb.

Ein Monitoring-System erlaubt die kontinuierliche Überwachung der Temperaturverläufe. Auf dieser Basis bestätigt das Team eine konstante Stabilität und gute Reproduzierbarkeit über Jahre hinweg. Die Inbetriebnahme neuer Systeme erfolgt weitgehend reibungslos. „Sofern die Gebäudeinfrastruktur es zulässt, ist die Inbetriebnahme weitgehend Plug & Play“, sagt er.

Akzeptanz bei den Anwendern

Neue Geräte werden für verschiedene Endnutzer beschafft. Kritische Rückfragen aus den Laboren bleiben aus. Die Systeme sind etabliert, das Vertrauen hoch. „Die Forschenden haben grosses Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Geräte sowohl bei Ultratiefkühlern als auch bei Inkubatoren“, berichtet Patrick Furer. Diese Akzeptanz reduziert Schulungsaufwand und erleichtert den Betrieb in einer Umgebung mit hoher Fluktuation von Projekten und Mitarbeitenden.

Service als entscheidender Faktor

Neben der Gerätequalität spielt der Service eine zentrale Rolle. Die Beschaffung erfolgt bewusst über Vitaris. Ausschlaggebend ist die Kundenbetreuung. „Die Zusammenarbeit ist zuverlässig, lösungsorientiert und geprägt von Transparenz und einem sehr guten technischen Verständnis unserer Anforderungen“, sagt Patrick Furer.

Die Zahlen sprechen für sich. Bei rund 150 installierten Geräten kam es lediglich bei einem Gerät zu einem Defekt. Dieser wurde rasch identifiziert und das Gerät unkompliziert ersetzt. Schnelle Reaktionszeiten und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen sind im Alltag entscheidend, gerade weil ein grosser Teil der Instandhaltung intern erfolgt.

Blick auf den Betrieb der nächsten Jahre

Für die kommenden Jahre sieht Patrick Furer weiteres Optimierungspotenzial im Wissenstransfer. Regelmässige Refresher-Workshops für Endanwender könnten helfen, die korrekte Handhabung der Geräte weiter zu festigen. Der Fokus bleibt dabei klar auf Betriebssicherheit, geringer Wartung und stabilen Bedingungen.

Die Erfahrungen aus Bern zeigen, wie stark sich technische Infrastruktur, Servicequalität und Forschungsleistung gegenseitig beeinflussen. Für Life-Science-Labore mit ähnlichen Anforderungen liefern sie praxisnahe Orientierung.

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Autor

Patrik Betschon

Nach seinem erfolgreichen Abschluss als Eidg. Dipl. Ing. Biotechnologe HTL im Jahr 1998 sammelte Patrik Betschon mehrere Jahre Erfahrung in der MedTech-Branche, bevor er 2004 zu VITARIS wechselte. Seine Karriere begann dort als Account Manager, bevor er 2009 ins Produktmanagement wechselte und die Position des Senior Product Managers übernahm. 2022 wurde er zum Head of Product Management ernannt. Seit 2023 verantwortet er gemeinsam mit Dawn Ray und Daniel Broglie als Mitglied der Geschäftsleitung die strategische und operative Führung von VITARIS.

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