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Digitales Qualitätsmanagement für moderne Autoklaven

Geschrieben von Patrik Betschon • Publiziert am 4. März 2026

Digitale Qualitätsmanagementsysteme entscheiden heute über die Auditfähigkeit und Rechtssicherheit von Sterilisationsprozessen. Wer einen neuen Autoklaven evaluiert, sollte daher nicht nur die Prozessleistung prüfen, sondern die Struktur der digitalen Dokumentation systematisch bewerten.

Moderne Autoklaven werden häufig für die Sterilisation von Flüssigkeiten, Nährmedien und Feststoffen eingesetzt. Die technische Leistungsfähigkeit des Geräts allein reicht jedoch nicht aus. Entscheidend ist, wie Zyklusdaten erfasst, gespeichert, gesichert und ausgewertet werden. Daraus ergeben sich konkrete Evaluationskriterien für die Auswahl eines Systems.

Datenspeicherung und Datenintegrität

Ein zentrales Kriterium ist der Speicherort der Prozessdaten. Systeme speichern Daten entweder ausschließlich im Gerätecontroller oder zusätzlich auf einem lokalen Server oder in einer Cloud-Infrastruktur. Für regulierte Bereiche ist relevant, ob:

  • elektronische Aufzeichnungen manipulationssicher sind
  • Audit-Trails automatisch erzeugt werden
  • Benutzerrechte klar definiert und protokolliert werden
  • elektronische Signaturen gemäß FDA 21 CFR Part 11 implementiert sind

Ohne diese Funktionen entsteht im Auditfall ein Risiko. Bei der Auswahl eines vertikalen Autoklaven sollte daher geprüft werden, ob Controller und gegebenenfalls Managementplattform die regulatorischen Anforderungen vollständig erfüllen.

Konnektivität und Zugriffskonzepte

Digitale Qualitätsmanagementsysteme unterscheiden sich deutlich im Grad der Vernetzung. Es lassen sich drei Grundmodelle unterscheiden:

  • Stand-alone-Lösung ohne externe Verbindung
  • Lokales Netzwerk mit internem Server
  • Cloudbasierte Lösung mit standortunabhängigem Zugriff

Cloudlösungen ermöglichen zentrale Verwaltung mehrerer Geräte, Remote-Zugriff auf Zyklusdaten und Benutzerverwaltung über verschiedene Standorte hinweg. Sie eignen sich für Organisationen mit mehreren Laboren oder internationaler Struktur.

Lokale Serverlösungen bieten vollständige Datenkontrolle innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur. Sie sind relevant für Unternehmen mit strengen internen Datenschutzrichtlinien oder klar definierten IT-Sicherheitsvorgaben.

Die Entscheidung hängt von IT-Strategie, Compliance-Anforderungen und Risikobewertung ab. Ein Autoklav sollte daher nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Bestandteil der gesamten digitalen Infrastruktur.

FDA 21 CFR Part 11 und regulatorische Abstufungen

Nicht jedes Labor benötigt denselben Compliance-Grad. In der Praxis existieren abgestufte Anforderungen:

  • Vollständige Part-11-Konformität für Gerät und Managementsystem
  • Part-11-Konformität nur auf Geräteebene
  • Dokumentation ohne formale Part-11-Anforderungen

Diese Differenzierung erlaubt es, Systeme gezielt an regulatorische Rahmenbedingungen anzupassen. Für GMP-Produktionsumgebungen ist eine vollständige Konformität erforderlich. In Forschungsumgebungen kann eine teilweise oder keine Konformität ausreichend sein.

Ein moderner Autoklav sollte daher als Plattform mit konfigurierbaren Qualitätsmanagementoptionen ausgelegt sein, nicht als starre Einzellösung.

Backup, Audit-Trail und Update-Strategie

Für eine belastbare digitale Dokumentation sind folgende Punkte zu prüfen:

  • automatische und regelmäßige Backups
  • revisionssichere Audit-Trails
  • klar dokumentierte Softwareversionen
  • strukturierte Updateprozesse
  • Möglichkeit zur Fernwartung oder -diagnose

Fehlen diese Mechanismen, steigt der interne Validierungsaufwand. Systeme mit integrierten Backup- und Protokollierungsfunktionen reduzieren Prüfzeiten und vereinfachen Requalifizierungen.

Integration in bestehende Systeme

In vielen Laboren sind LIMS, Active Directory oder zentrale Benutzerverwaltungssysteme bereits etabliert. Ein vertikaler Autoklav sollte:

  • Benutzerrollen synchronisieren können
  • Exportformate für LIMS bereitstellen
  • klare Schnittstellen für IT-Integration bieten

Ohne Integrationsfähigkeit entstehen Medienbrüche und zusätzlicher Dokumentationsaufwand.

Skalierbarkeit und Mehrgeräteverwaltung

In größeren Einrichtungen ist die zentrale Verwaltung mehrerer Autoklaven relevant. Cloud- oder serverbasierte Plattformen ermöglichen:

  • Übersicht über alle Zyklen mehrerer Geräte
  • zentrale Programmverwaltung
  • einheitliche Benutzerstruktur
  • standortübergreifende Auswertung

Diese Funktionen unterstützen standardisierte Prozesse und reduzieren Abweichungen zwischen Standorten.

Einordnung am Markt

Ein Beispiel für einen modernen Autoklaven, der verschiedene digitale Qualitätsmanagement-Optionen anbietet, ist die Raypa TLV-Serie. Das System stellt unterschiedliche Konfigurationsmodelle bereit, die von einer rein lokalen, nicht vernetzten Lösung bis zu cloudbasierten Varianten mit erweiterten Verwaltungsfunktionen reichen

Entscheidend ist dabei weniger die Produktbezeichnung als die strukturelle Herangehensweise. Ein Gerät dieser Klasse wird als modulare Plattform konzipiert, bei der Konnektivität, Compliance-Niveau und Datenspeicherung an die regulatorischen Anforderungen angepasst werden können.

Fazit für die Auswahl vertikaler Autoklaven

Bei der Beschaffung ihres neuen Autoklaven sollten neben Druck, Temperaturstabilität und Prozesskontrolle folgende Fragen systematisch geprüft werden:

  • Wo werden Zyklusdaten gespeichert
  • Ist eine Part-11-Konformität erforderlich
  • Welche Audit- und Backup-Funktionen sind integriert
  • Wie erfolgt die Integration in bestehende IT-Systeme
  • Wird eine standortübergreifende Verwaltung benötigt

Digitale Qualitätsmanagementfunktionen sind kein Zusatzmodul. Sie definieren die langfristige Betriebssicherheit, Auditfähigkeit und Skalierbarkeit eines Labors. Wer diese Kriterien frühzeitig berücksichtigt, reduziert Validierungsaufwand und erhöht die Transparenz der Sterilisationsprozesse.

Produktübersicht

RAYPA

TLV-DUAL Serie

  • Mit Supertrocknungssystem und Schnellkühlung
  • Vertikalautoklav
  • Maximale Flexibilität (Flüssigkeiten und Festkörper)
  • Bruttovolumina: 58, 83, 124, 169 L
  • Optional mit HEPA-Filter für Bio-Hazard Abfall
  • Mit Dampfgenerator

RAYPA

TLV-FA Serie

  • Mit Schnellkühlsystem
  • Vertikalautoklav
  • Ideal für die Sterilisation von Flüssigkeiten
  • Bruttovolumina: 58, 83, 124, 169 L
  • Optional mit HEPA-Filter für Bio-Hazard Abfall
  • Mit Dampfgenerator

RAYPA

TLV-PD Serie

  • Mit Supertrocknungssystem
  • Vertikalautoklav
  • Ideal für die Sterilisation von Glas, porösen Feststoffen und Objekten mit
  • Bruttovolumina: 58, 83, 124, 169 L
  • Optional mit HEPA-Filter für Bio-Hazard Abfall
  • Mit Dampfgenerator

RAYPA

TLV-S Serie

  • Basisausführung
  • Vertikalautoklav
  • Bruttovolumina: 58, 83, 124, 169 L
  • Optional mit HEPA-Filter für Bio-Hazard Abfall
  • Mit Dampfgenerator

Den passenden Autoklav für Ihr Labor finden

Nutzen Sie das Selektionstool von RAYPA. Filtern Sie Autoklaven nach Technologie, Anwendung und Anforderungen an Rückverfolgbarkeit. Die erweiterte Filterfunktion führt Sie in wenigen Schritten zum passenden Gerät. Wählen Sie gezielt Modelle, die zu Ihren Prozessen, Ihrem Probenvolumen und den regulatorischen Vorgaben Ihres Labors passen.

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Autor

Patrik Betschon

Nach seinem erfolgreichen Abschluss als Eidg. Dipl. Ing. Biotechnologe HTL im Jahr 1998 sammelte Patrik Betschon mehrere Jahre Erfahrung in der MedTech-Branche, bevor er 2004 zu VITARIS wechselte. Seine Karriere begann dort als Account Manager, bevor er 2009 ins Produktmanagement wechselte und die Position des Senior Product Managers übernahm. 2022 wurde er zum Head of Product Management ernannt. Seit 2023 verantwortet er gemeinsam mit Dawn Ray und Daniel Broglie als Mitglied der Geschäftsleitung die strategische und operative Führung von VITARIS.

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